Geheilt, um zu töten

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt die Verflechtungen von „Krieg und Medizin“. Verharmlosend ist die Schau keineswegs. Doch herausgelöst aus ihren historischen Kontexten, erscheinen Kriege und militärische Gewalt hier als anthropologische Phänomene und nicht als Folgen politischer, auch gescheiterter politischer Prozesse.

Eine Ausstellungsrezension für die taz.

Man sprickt deutsh

20 Jahre Mauerfall, 60 Jahre Bundesrepublik, 2000 Jahre Varusschlacht: 2009 häufen sich die „deutschen“ Jubiläen. Und Hans Ottomeyer, Chef des Deutschen Historischen Museums in Berlin, ließ zur Eröffnung der Ausstellung „Die Sprache Deutsch“ keinen Zweifel, dass auch deren Gegenstand als „verbindungsstiftendes und unterscheidendes Merkmal“ in diesen Zusammenhang gehört. Das Deutsche mit europaweit 100 Millionen Sprechern sei zwar ein „Bedeutungsriese“, aber ein „Geltungszwerg“.

Was davon zu halten ist, steht hier.

Drei-Wetter-Taft der Politik

Vor einiger Zeit ließ sich in der Langzeit-Porträtreihe „Spuren der Macht“ von Herlinde Koelbl nachvollziehen, wie sich Amtsgewalt in den Gesichtern der Mächtigen einschreibt. Helmut Schmidt, das ist zuallererst festzuhalten, wenn man jetzt aus der aktuellen Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung kommt, hat sich daneben vergleichsweise gut gehalten.

Eine Besichtigung für die Berliner Kulturseite der taz.