Unerwünschte Rekordjäger

Sie vollbrachten Höchstleistungen und straften die NS-Propaganda von einer angeblichen Überlegenheit der „arischen Rasse“ Lügen: Die Ausstellung „Vergessene Rekorde“ erinnert in Dresden an das Schicksal jüdischer Sportlerinnen und Sportler vor und nach 1933. 

Gretel Bergmann

Wie sehr auch der Sport im Deutschland der 30er-Jahre von der nationalsozialistischen Rassenideologie durchdrungen war, führte vor wenigen Jahren der Spielfilm „Berlin ’36“ vor Augen. Erzählt wird die Geschichte der jungen jüdischstämmigen Hochspringerin Gretel Bergmann, gespielt von Karoline Herfurth, die sich längst im englischen Exil befindet, von den Nazis aber vor den Olympischen Spielen 1936 zur Rückkehr nach Deutschland gezwungen wird.

Nach außen, so das Kalkül der Nazis, sollen auf diese Weise faire Chancen für jüdische Athleten vorgespiegelt und Boykottdrohungen abgewendet werden. In Wirklichkeit aber ist die Sportlerin nur neuen Schikanen und Drohungen ausgesetzt. Vierzehn Tage vor Beginn der Spiele wird der Favoritin schließlich die Teilnahme verweigert. Ihr Sieg, das weiß sie genauso wie die NS-Funktionäre, würde die behauptete Überlegenheit der angeblichen „arischen Rasse“ konterkarieren.

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Wie Kleider Leute machen

Die Fotografin Herlinde Koelbl fragt im Dresdner Hygiene-Museum nach Rollenbildern und Identität.

Als die Münchner Fotografin Herlinde Koelbl vor vielen Jahren im Jugoslawien-Urlaub ein Restaurant besuchte, war sie eingenommen von dessen Besitzerin. Mit der üblichen Tracht, einem langen schwarzen Rock, schwarzer Bluse und schwarzem Kopftuch bekleidet, habe sie die Würde einer echten Dame ausgestrahlt. Dann verschwand die Frau, offenbar um sich für die Freizeit umzukleiden. Als sie wiederkam, war das Erstaunen groß: Nicht nur, dass sie eine Art Kittelschürze angelegt hatte. Auch alle Ausstrahlung war wie verflogen. Mit der Kleidung schien auch die Person wie ausgetauscht.

Dieser Eindruck, sagt Koelbl, habe sie nicht mehr losgelassen. Wie verändert Kleidung einen Menschen und die Art, ihn wahrzunehmen?, habe sie sich in ihrem, im Titel auf Gottfried Kellers gleichnamige Novelle anspielenden Langzeitprojekt „Kleider machen Leute“ gefragt. Vor vier Jahren begann sie damit, Militärs, Anwälte, Hotelpersonal, eine Geisha, Menschen unterschiedlichster Berufe und Kulturen, die Uniformen oder ähnliche Berufsbekleidung tragen, vor die Kamera zu bitten: einmal beruflich, einmal privat, in den Kleidern, die sie in den eigenen vier Wänden bevorzugen.

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Sie kamen und blieben

Nur wenige Wochen nach dem Verlust vieler Leihgaben zeigt das Dresdner Kraszewski-Museum die erste Wechselausstellung. Es geht um deutsche Einwanderer in Warschau.

Aleja Szucha

Als vor einigen Wochen die Nachricht von der Schließung der Dauerausstellung des Dresdner Kraszewski-Museums die Runde machte, war der Schreck in der Stadt groß. Nicht nur ein Ort deutsch-polnischer Verständigung schien bedroht, weil der polnische Staat Kulturgüter nicht mehr länger als fünf Jahre ins Ausland auszuleihen gestattete. Auch ein Museum für den Verfasser eines sächsischen Literaturdenkmals war in Gefahr.

Schließlich hat der polnische Schriftsteller Józef Ignacy Kraszewski, der einen Teil seiner mehr als 20 Jahre im Dresdner Exil in dem Haus verbrachte, mit seiner Sachsen-Romantrilogie über die Gräfin Cosel, den Grafen Brühl und den Siebenjährigen Krieg Bücher verfasst, die das kulturelle Gedächtnis des Bundeslandes bis heute mitprägen. Vor allem die Verfilmung unter dem Titel „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ ist populär.

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Eine Wiederentdeckung des Lichts

Der Maler Fritz von Uhde war ein wichtiger Vertreter des Realismus und Impressionismus in seiner Zeit. Zum 100. Todestag erinnern sein sächsischer Geburtsort Wolkenburg und die (mit einiger Verspätung) frisch renovierten Kunstsammlungen des benachbarten Zwickau mit Ausstellungen an ihren Sohn.

Lesen Sie hier meine Vorschau, gedruckt im März in der Freien Presse Chemnitz.