Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis jetzt mit eigenem Wikipedia-Eintrag

Unser Lern- und Gedenkort und das ehemalige Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz sind jetzt mit einem eigenen Eintrag auf Wikipedia vertreten. Unter dem Stichwort „Kaßberg-Gefängnis“ geht es quellenbasiert und mit zahlreichen Fotos versehen um die doppelte Diktaturgeschichte des einstigen politischen Haftorts, den Häftlingsfreikauf aus der DDR und die Gedenkstättenkonzeption. Die Ursprungsversion des Artikels hatte – selbstverständlich unter Offenlegung der Identität – unser Gedenkstättenteam gestern online gestellt. Schon nach wenigen Stunden war er geprüft und freigegeben. Die Community beteiligte sich bereits mit ersten Ergänzungen.

Der Beitrag verlinkt auf zahlreiche weitere einschlägige sogenannte Lemmata und ist umgekehrt von relevanten Einträgen wie „Chemnitz“, „Kaßberg“, „Häftlingsfreikauf“ oder „Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit“ per Link auffindbar. Eine englischsprachige Version folgt.

Die Fotos zeigen das Wikipedia-Logo und einen Teil der Bildauswahl, die aktuell im Wikipedia-Eintrag zu finden ist. – Bildnachweis: Version 1 by Nohat (concept by Paullusmagnus); Wikimedia (1), Wikipedia/Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis (7)

Den Wikipedia-Eintrag selbst finden Sie, wenn Sie hier klicken.

Unser Lernort im füheren Hafttrakt B ist eröffnet

Mehr als 3300 Besucherinnen und Besucher kamen am ersten Wochenende auf den Kaßberg

Das ist ein wichtiges Ereignis für unser Gedenkstättenprojekt: Der neue Lernort im früheren Hafttrakt B des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses in Chemnitz ist eröffnet. Hier und hier finden Sie unsere Berichte und Fotos vom Eröffnungswochenende und hier eine Presse- und Medienschau. Auch die Frankfurter Allgemeine („Ein deutsch-deutscher Ort“) und die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau berichteten ausführlich.

Das Bild oben zeigt Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, Sandra Polom, Enkelin einer Haftinsassin aus der NS-Zeit, unseren Vereinsvorsitzenden Jürgen Renz, die SED-Opfer-Beauftragte beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, unseren Vermieter Jens Kroll, Staatsministerin Barbara Klepsch, Bürgermeister Ralph Burghart und Zeitzeugin Elke Schlegel (v.l.) bei der feierlichen Eröffnung sowie Medienvertreterinnen und Festgäste. Unten zu sehen ist ein Blick in den früheren Hafttrakt B. In den einstigen Zellen werden Lebensläufe und Haftschicksale ehemaliger politischen Gefangenen des Kaßberg-Gefängnisses in der Zeit des Nationalsozialismus, in der SBZ- und DDR-Zeit sowie des Häftlingsfreikaufs erzählt.

Die Website des Lern- und Gedenkorts Kaßberg-Gefängnis, deren Bereich Aktuelles ich betreue, finden Sie hier. Zur Facebook-Seite und zum Instagram-Kanal geht es hier beziehungsweise hier.

Blick auf den Kaßberg

In der aktuellen Ausgabe des Online-Aufarbeitungsforums „H-und-G.info“ geht es um „Gedenken am authentischen Ort“. Wir stellen den künftigen Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis vor.

Was hat uns der Kaßberg noch zu sagen? Das Online-Aufarbeitungsforum „H-und-G.info“ des Bürgerkomitees 15. Januar e.V. in Berlin beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe mit dem Schwerpunkt „Gedenken am authentischen Ort“. Die wissenschaftliche Leiterin unseres entstehenden Lern- und Gedenkorts Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz, Dr. Steffi Lehmann, und ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter stellen das Gedenkstättenprojekt unseres Vereins mit Stimmen von Zeitzeugen, Vorstandsmitgliedern und Projektleitung vor und versuchen eine Positionsbestimmung. Wie umgehen mit dem Alleinstellungsmerkmal Freikaufhaft und doppelter Diktaturgeschichte? Wo steht der Kaßberg im Spannungsfeld zwischen Bewahren und Verlust?

Den Beitrag auf H-und-G.info lesen Sie, wenn Sie hier klicken.

Die Website des Lern- und Gedenkorts Kaßberg-Gefängnis e.V. in Chemnitz finden Sie hier. Und zur Facebook-Seite geht es hier entlang.

Das Foto oben zeigt einen Blick in den ehemaligen Hafttrakt B mit Wandbild, entstanden in der Zeit ab 1990.

Mitarbeit im Verein

Elternzeitvertretung beim Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz

Ich habe eine Elternzeitvertretung beim Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. in Chemnitz übernommen. Das Kaßberg-Gefängnis ist als einstiger Abwicklungsort des Häftlingsfreikaufs ein wichtiger Erinnerungsort der DDR-Geschichte und der deutschen Teilung. Für die meisten der mehr als 33.000 politischen Häftlinge, die von der Bundesrepublik zwischen 1962/1963 und 1989 freigekauft wurden, gingen von hier aus die Busse in die Freiheit. Außerdem diente der Gebäudekomplex als Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit und zuvor des NKWD. In der Zeit des Nationalsozialismus waren im Kaßberg-Gefängnis Angehörige unterschiedlicher Opfergruppen eingesperrt.

Der Verein setzt sich seit seiner Gründung 2011 für den Erhalt des früheren Gefängnisses und die Errichtung eines Lern- und Gedenkorts ein, der an die verschiedenen Zeitabschnitte erinnert. Gegenwärtig wird im ehemaligen Hafttrakt B mit Fördermitteln von Bund, Freistaat Sachsen und Stadt Chemnitz gebaut. Eine Dauerausstellung soll entstehen, deren Mittelpunkt die Lebensgeschichten früherer politischer Gefangener darstellen. Auch Bildungsangebote in Form von Workshops, Zeitzeugengesprächen und Führungen spielen eine wichtige Rolle.

Ich finde, das ist ein tolles und unterstützenswertes Projekt, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern und Vorständen, Kolleginnen und Kollegen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie allen Partnerinnen und Partnern des Vereins.

Das Foto oben zeigt den bereits 2017 eröffneten Gedenkort an der Außenmauer in der Kaßbergstraße, das Bild unten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung an dessen Innenseite. Und zur Website des Vereins geht es hier entlang.

UPDATE: Eine Presseschau zum Ersten Spatenstich für den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis im November 2021 finden Sie hier und Beiträge über die Geschichten der Zeitzeugen André Fischer und Dr. Ulrich Müller, von mir protokolliert für den Tätigskeitsbericht der Stiftzung Sächsische Gedenkstätten beziehungsweise die Website des Vereins, wenn Sie hier (PDF, Seite 112/113) beziehungsweise hier klicken.

„Das Wunderbare ist die Vielfalt“

Museumsleiterin Andrea Weigel über die neue Ausstellung der Historischen Schauweberei Braunsdorf und die Blumenmuster aus dem hauseigenen Archiv

Passend zur sächsischen Landesgartenschau 2019 im nahen Frankenberg wendet sich auch die Historische Schauweberei Braunsdorf ab dem heutigen Samstag der Pflanzenwelt zu – zumindest als Motiv. Unter dem Titel „Im Garten der Fäden“ lädt eine Ausstellung in dem früheren Industriebau zum Ausflug in die Welt floraler Muster ein, die für Stoffe der Möbelstoffweberei Tannenhauer entworfen wurden. Andrea Weigel leitet das Team des Hauses.

Frau Weigel, in Ihrer Ankündigung wird ein „Wunderkammer-ähnlicher Erfahrungsraum“ versprochen. Was erwartet die Besucher?

Andrea Weigel: Wunderkammer – das liegt sicherlich immer auch im Auge des Betrachters. Aber zum einen geht es um die Vielzahl der Objekte. Wir verfügen mit dem Musterarchiv über 3.000 Dessins und annähernd 20.000 Einzelobjekte, die den komplizierten Herstellungsprozess von der Musterzeichnung bis zum Gewebe nachvollziehbar machen. Das kann man natürlich nicht alles auf einmal zeigen. Aber wir wollen einen Eindruck davon vermitteln.

Und zum anderen?

… können wir auf eine große Viefalt floraler Muster zurückgreifen. Blumen – das ist ja ein großes Thema in der Mode und eben auch bei Stilstoffen im Biedermeier-Dessin, wie sie hier ab Mitte der 1920er-Jahre hergestellt wurden. Da können sich die Besucher auch ein wenig verzaubern lassen.

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Volontariatsstation Kulturressort

Das Foto (Quelle: A. Praefcke/Wikimedia) zeigt ein Schmuckstück der Ost-Moderne – einen Teil der Stadthalle Chemnitz, entworfen Ende der 1960er-Jahre von einem Kollektiv um Stadtarchitekt Rudolf Weißer.

Hier erfahren Sie mehr über einen wichtigen Leuchtturm der Region. Und hier finden Sie Beispiele meiner Arbeit im Kulturressort der Freien Presse Chemnitz.

Stadthalle