Von Bildern und Räubern

Der Historiker Hanns Christian Löhr zeigt in dem Buch „Die Kollektion Hermann Göring: Der eiserne Sammler Kunst und Korruption im ,Dritten Reich‘“, wie sich der „Reichsmarschall“ und NS-Verbrecher Hermann Göring bei der Ausplünderung jüdischer Sammlungen in ganz Europa bereicherte.

Was davon zu halten ist, steht im Kulturteil der taz.

Aldi oder Gucci

Die eine saß jahrelang an der Supermarktkasse, die andere bei Anlageberatern, Fondsmanagern und in Baden-Baden am Roulettetisch. Viel haben die Ich-Berichte von Anna Sam („Die Leiden einer jungen Kassiererin“) und Heike Faller („Wie ich einmal versuchte, reich zu werden“) auf den ersten Blick nicht miteinander gemein. Doch zusammengenommen geben sie Auskunft über Gemütslagen der Mittelschicht.

Lesen Sie hier meine Doppelrezension für das Magazin der Leipziger Volkszeitung.

Raub und Beute

Lassen sich NS-Raubkunst und die Beutekunst, die die Sowjetarmee nach 1945 aus Deutschland abtransportierte, gemeinsam diskutieren? Ein Dresdner Symposium, dessen Redebeiträge jetzt in Buchform vorliegen, zeigt vor allem eines: Auch wenn es den Veranstaltern keineswegs um eine Gleichsetzung ging, ist eine Verknüpfung schon deshalb unglückselig, weil keine der beiden Debatten dadurch vorangebracht werden kann.

Eine Rezensionsnotiz für den Kulturteil der taz.

Geheilt, um zu töten

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt die Verflechtungen von „Krieg und Medizin“. Verharmlosend ist die Schau keineswegs. Doch herausgelöst aus ihren historischen Kontexten, erscheinen Kriege und militärische Gewalt hier als anthropologische Phänomene und nicht als Folgen politischer, auch gescheiterter politischer Prozesse.

Eine Ausstellungsrezension für die taz.

Verlorene Bilder, verlorene Leben

Dass sich mit NS-Raubkunstfällen die Schicksale von Verfolgten verknüpfen, gerät in den Diskussionen um die Rechtmäßigkeit von Rückgaben und Rekorderlöse für versteigerte Bilder oft in Vergessenheit. In dem Band „Verlorene Bilder, verlorene Leben“ gehen die Berliner Provenienzforscherin Monika Tatzkow und die Wiener Journalistin Melissa Müller den Geschichten von 15 Sammlern und Sammlerfamilien nach, die von den Nationalsozialisten als jüdisch oder „jüdisch versippt“ verfolgt worden sind. Eine Rezension für den Kulturteil der taz.

Und eine ,Berichtigung‘ durch die Redaktion.

Der Dichter beim General

Ein Gipfeltreffen von Geist und Politik so lautet die gängige Lesart für die Begegnung von Goethe und Napoleon am Rande des Erfurter Fürstentags 1808. Eine Studie des Historikers und Autors der Süddeutschen Zeitung Gustav Seibt zeigt den Realisten Goethe.

Und hier finden Sie eine Rezension des Buches für das Magazin der taz.

Man sprickt deutsh

20 Jahre Mauerfall, 60 Jahre Bundesrepublik, 2000 Jahre Varusschlacht: 2009 häufen sich die „deutschen“ Jubiläen. Und Hans Ottomeyer, Chef des Deutschen Historischen Museums in Berlin, ließ zur Eröffnung der Ausstellung „Die Sprache Deutsch“ keinen Zweifel, dass auch deren Gegenstand als „verbindungsstiftendes und unterscheidendes Merkmal“ in diesen Zusammenhang gehört. Das Deutsche mit europaweit 100 Millionen Sprechern sei zwar ein „Bedeutungsriese“, aber ein „Geltungszwerg“.

Was davon zu halten ist, steht hier.

Gerechtigkeit nur nach Vorschuss

Kaum ein Fall von NS-Raubkunst hat in den vergangenen Jahren eine solche Aufmerksamkeit erregt wie die Rückgabe von Ernst Ludwig Kirchners „Berliner Straßenszene“ im Jahr 2006 durch das Land Berlin. Selbst vor Angriffen auf die Erbin der jüdischen Eigentümer und ihre Anwälte machten Kritiker der Entscheidung damals nicht halt: „Man sagt ,Holocaust‘ und meint Geld.“

Der Rechtsanwalt Gunnar Schnabel und die Provenienzforscherin Monika Tatzkow, die damals als Gutachter für die Erbin vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses aussagten, haben ihre Recherchen über das expressionistische Gemälde und die Erfurter Sammlerfamilie Hess nun in Buchform aufbereitet. Eine Rezension der Studie „Der Fall Kirchner – Raubkunst und Restitution“ im Kulturteil der taz.