„Sonst ist die Kommission tot“

In Prag findet derzeit die Nachfolgekonferenz der Washingtoner Konferenz von 1998 statt, auf der sich 44 Staaten zu „fairen und gerechten Lösungen“ im Umgang mit NS-Raubkunst verpflichteten. Im Interview für die taz zieht der Berliner Rechtsanwalt Gunnar Schnabel eine ernüchternde Bilanz und verlangt eine Reform der Limbach-Kommission.

„Sie muss auch einseitig angerufen werden können. Ihre Entscheidungen müssen verbindlich für die Beteiligten sein. Und es muss eine Veröffentlichungs- und ausführliche Begründungspflicht für ihre Entscheidungen geben. Ansonsten ist die Kommission tot.

„Die Migranten sind die Zukunft Europas“

Der Schriftsteller Juri Andruchowytsch spricht im Kreuzer-Interview über die Orangene Revolution, die Ablehnung von Beitrittsverhandlungen durch die EU und sein Stück „Orpheus, illegal“, das die Massenauswanderung aus der Ukraine spiegelt.

„Auf Vorschlag eines Schauspielers war in der Düsseldorfer Inszenierung ein Witz eingebaut. Er fragt Perfetzki: Was macht ein Italiener im Puff? Perfetzki schweigt – und er sagt: Amore! Was macht ein Deutscher im Puff? Perfetzki schweigt – und er sagt: Liebe! Und was macht ein Ukrainer im Puff? Perfetzki schweigt – und er sagt: Er sucht seine Frau. Wenn solche Witze existieren, kann man sie nicht verbieten. Wenn wir darüber lachen, haben wir vielleicht eine Chance, sie zu überwinden.“

„So verstehe ich Provokation“

Seine „Dresdner Weber“ beschäftigten Staatsanwaltschaft und Feuilletons. In Leipzig inszeniert Regisseur Volker Lösch jetzt „Ein Sportstück“ und spricht im Kreuzer-Interview über Laienchöre, gedopte Idole und die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft.

„Theater muss zum Denken, zum Widerspruch herausfordern, so dass man Gesehenes anders erlebt, dass man Gewissheiten, an die man glaubte, erschüttert sieht. So verstehe ich Provokation, und in diesem Sinne möchte ich auch selbst provoziert werden, wenn ich ins Theater oder ins Kino gehe. Sonst kann ich zu Hause bleiben.