Viel Ideologie und wenig Platz für Trauer

Der Publizist Matthias Neutzner spricht im Interview (für die Freie Presse Chemnitz) über das Geschichtssymbol Dresden, rechte Aufmärsche und das schwierige Gedenken an die Zerstörung der Stadt.

„Ob die Vertreibung oder die Kriegsgefangenschaft – alle anderen Opfererzählungen der Deutschen sind kaum an einen bestimmten Ort gebunden. Beim Bombenkrieg ist das anders. Hier konzentriert sich alles auf den einen symbolischen Ort – Dresden. Deshalb versucht die Rechte, Dresden als Symbolort deutschen Leids insgesamt zu instrumentalisieren.“

Kopfhörer gegen das Vergessen

Zum 65. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau wurde gestern des Massenmords an den europäischen Juden im Nationalsozialismus gedacht. In Dresden erzählt ein Audioguide von ihrer schrittweisen Entrechtung, von Ausgrenzung, Ausplünderung und Deportation in der Stadt.

Hier finden Sie meinen Beitrag für die Freie Presse Chemnitz und hier zum Download die mp3-Dateien und einen Stadtplan.

Der Expressionismus war ihre Passion

Die Hamburger Kunsthistorikerin Rosa Schapire war eine wichtige Förderin des Expressionismus. In den Kunstsammlungen Chemnitz würdigt jetzt eine Ausstellung die von den Nazis aus Deutschland vertriebene Kunstexpertin.

Eine Kritik für die taz, gemeinsam verfasst mit Wilfried Weinke.

Von Pankow bis zum Runden Tisch

„Es war nicht alles schlecht“ oder SED-Unrechtsstaat? Wann immer im Gedenkjahr 2009 die DDR erinnert wurde, konnte man den Eindruck gewinnen, es habe verschiedene Länder dieses Namens gegeben. Der Essayband „Erinnerungsorte der DDR“, herausgegeben von dem Historiker Martin Sabrow, beschreibt wichtige Kristallisationspunkte der Erinnerung an den überwundenen Staat und ihre widersprüchlichen, sich wandelnden Bedeutungen.

Lesen Sie hier die Rezension für den Berliner Tagesspiegel.

Angediente Empörung

Eigentlich war ein solches Buch überfällig: Der Kölner Journalist Stefan Koldehoff setzt in „Die Bilder sind unter uns – Das Geschäft mit der NS-Raubkunst“ einen grellen Scheinwerfer auf die braune Vergangenheit des deutschen Kunsthandels. Zufriedenstellend aber ist die Lektüre nicht.

Lesen Sie hier die Rezensionsnotiz für die taz.

„Die Freude und die Bestürzung gehören zusammen“

Der Politikwissenschaftler und Leipziger-Buchpreis-Träger Herfried Münkler („Die Deutschen und ihre Mythen“) spricht im Interview (in der Märkischen Oderzeitung Ostbrandenburg, im Freien Wort Südthüringen und ab heute auch in Kunststoff, Kulturmagazin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) über 20 Jahre DDR-Umsturz und Mauerfall, das geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin und darüber, warum der 9. November – Nacht der Grenzöffnung 1989, aber auch des Novemberpogroms 1938 – den besseren Gedenktag abgegeben hätte.

„Die Qualität eines politischen Mythos ist gerade die Fähigkeit des Fort- und Umerzählens und auch der Umgang mit Mehrfachkodierungen. […] Einerseits erfüllt uns dieser Tag mit einer gewissen Zufriedenheit über den Verlauf unserer Geschichte. Andererseits erfüllt er uns immer auch mit einer Bestürzung über das, was der 9. November auch noch war.

Wo waren Sie …

… in der Nacht, in der die Mauer fiel? Die Schriftstellerin Julia Franck („Grenzübergänge“) und der Essayist Renatus Deckert („Die Nacht, in der die Mauer fiel“) haben jeweils rund zwei Dutzend Autoren aus Ost und West um ihre Erinnerungen an den 9. November 1989 und die Grenzöffnung gebeten. Das Kuriose: Kaum einer ist tatsächlich dabei gewesen.

Eine Doppelrezension für Kunststoff, Kulturmagazin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nicht im Netz, aber dafür hier gedruckt zu haben.

Von Bildern und Räubern

Der Historiker Hanns Christian Löhr zeigt in dem Buch „Die Kollektion Hermann Göring: Der eiserne Sammler Kunst und Korruption im ,Dritten Reich‘“, wie sich der „Reichsmarschall“ und NS-Verbrecher Hermann Göring bei der Ausplünderung jüdischer Sammlungen in ganz Europa bereicherte.

Was davon zu halten ist, steht im Kulturteil der taz.