„Ich empfehle ihm ein Praktikum“

Der Berliner Sozialarbeiter und Buchautor Fadi Saad spricht im Interview (für die Freie Presse Chemnitz) über Thilo Sarrazin, Integrationsprobleme und das Leben im Kiez.

„Ich müsste auf der Stelle kündigen, wenn Sarrazins Aussagen richtig wären. Denn ich bin selbst ja Araber, und auch die Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, wären sozusagen hoffnungslose Fälle und alle Bemühungen umsonst.“

Drei-Wetter-Taft der Politik

Vor einiger Zeit ließ sich in der Langzeit-Porträtreihe „Spuren der Macht“ von Herlinde Koelbl nachvollziehen, wie sich Amtsgewalt in den Gesichtern der Mächtigen einschreibt. Helmut Schmidt, das ist zuallererst festzuhalten, wenn man jetzt aus der aktuellen Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung kommt, hat sich daneben vergleichsweise gut gehalten.

Eine Besichtigung für die Berliner Kulturseite der taz.

So wie die Chinesen

Billigprodukte, Raubkopien, Menschenrechtsverletzungen, Demokratiedefizite: Wenn es Parallelen zwischen China und dem historischen Deutschland gibt, dann nicht – wie im Olympiajahr so oft bemüht – zu „Berlin 1936“ und dem Nationalsozialismus, sondern zum zweiten Kaiserreich. So lautet die These dieses Essays, gedruckt im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.

Der Perlentaucher fasst zusammen: „Die entwickeln sich noch wie die Deutschen!“

Und zum Nachhören hier die Zusammenfassung im letzten Drittel der hr2-Presseschau.

„Die Migranten sind die Zukunft Europas“

Der Schriftsteller Juri Andruchowytsch spricht im Kreuzer-Interview über die Orangene Revolution, die Ablehnung von Beitrittsverhandlungen durch die EU und sein Stück „Orpheus, illegal“, das die Massenauswanderung aus der Ukraine spiegelt.

„Auf Vorschlag eines Schauspielers war in der Düsseldorfer Inszenierung ein Witz eingebaut. Er fragt Perfetzki: Was macht ein Italiener im Puff? Perfetzki schweigt – und er sagt: Amore! Was macht ein Deutscher im Puff? Perfetzki schweigt – und er sagt: Liebe! Und was macht ein Ukrainer im Puff? Perfetzki schweigt – und er sagt: Er sucht seine Frau. Wenn solche Witze existieren, kann man sie nicht verbieten. Wenn wir darüber lachen, haben wir vielleicht eine Chance, sie zu überwinden.“