Angediente Empörung

Eigentlich war ein solches Buch überfällig: Der Kölner Journalist Stefan Koldehoff setzt in „Die Bilder sind unter uns – Das Geschäft mit der NS-Raubkunst“ einen grellen Scheinwerfer auf die braune Vergangenheit des deutschen Kunsthandels. Zufriedenstellend aber ist die Lektüre nicht.

Lesen Sie hier die Rezensionsnotiz für die taz.

„Sonst ist die Kommission tot“

In Prag findet derzeit die Nachfolgekonferenz der Washingtoner Konferenz von 1998 statt, auf der sich 44 Staaten zu „fairen und gerechten Lösungen“ im Umgang mit NS-Raubkunst verpflichteten. Im Interview für die taz zieht der Berliner Rechtsanwalt Gunnar Schnabel eine ernüchternde Bilanz und verlangt eine Reform der Limbach-Kommission.

„Sie muss auch einseitig angerufen werden können. Ihre Entscheidungen müssen verbindlich für die Beteiligten sein. Und es muss eine Veröffentlichungs- und ausführliche Begründungspflicht für ihre Entscheidungen geben. Ansonsten ist die Kommission tot.

Moral oder Gesetz (Wdhlg.)

Raubkunst und Restitution: In Berlin stellten Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Andrea Baresel-Brand von der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste den Tagungsband „Verantwortung wahrnehmen“ vor. Darin abgedruckt sind die Redebeiträge eines gleichnamigen Symposiums vom vergangenen Herbst.

Den damaligen Tagungsbericht für die taz finden Sie hier.

60 Jahre und ziemlich kritisch

Am 28. August 1949 wurde in der Frankfurter Paulskirche die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung gegründet. Für die Frühjahrstagung der „Darmstädter Akademie“, wie sie nach ihrem Sitz auch genannt wird, war das Jubiläum dennoch Anlass nicht nur zum Feiern.

Aus Berlin ein Bericht für die Frankfurter Rundschau.

Raub und Beute

Lassen sich NS-Raubkunst und die Beutekunst, die die Sowjetarmee nach 1945 aus Deutschland abtransportierte, gemeinsam diskutieren? Ein Dresdner Symposium, dessen Redebeiträge jetzt in Buchform vorliegen, zeigt vor allem eines: Auch wenn es den Veranstaltern keineswegs um eine Gleichsetzung ging, ist eine Verknüpfung schon deshalb unglückselig, weil keine der beiden Debatten dadurch vorangebracht werden kann.

Eine Rezensionsnotiz für den Kulturteil der taz.

Verlorene Bilder, verlorene Leben

Dass sich mit NS-Raubkunstfällen die Schicksale von Verfolgten verknüpfen, gerät in den Diskussionen um die Rechtmäßigkeit von Rückgaben und Rekorderlöse für versteigerte Bilder oft in Vergessenheit. In dem Band „Verlorene Bilder, verlorene Leben“ gehen die Berliner Provenienzforscherin Monika Tatzkow und die Wiener Journalistin Melissa Müller den Geschichten von 15 Sammlern und Sammlerfamilien nach, die von den Nationalsozialisten als jüdisch oder „jüdisch versippt“ verfolgt worden sind. Eine Rezension für den Kulturteil der taz.

Und eine ,Berichtigung‘ durch die Redaktion.

Gerechtigkeit nur nach Vorschuss

Kaum ein Fall von NS-Raubkunst hat in den vergangenen Jahren eine solche Aufmerksamkeit erregt wie die Rückgabe von Ernst Ludwig Kirchners „Berliner Straßenszene“ im Jahr 2006 durch das Land Berlin. Selbst vor Angriffen auf die Erbin der jüdischen Eigentümer und ihre Anwälte machten Kritiker der Entscheidung damals nicht halt: „Man sagt ,Holocaust‘ und meint Geld.“

Der Rechtsanwalt Gunnar Schnabel und die Provenienzforscherin Monika Tatzkow, die damals als Gutachter für die Erbin vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses aussagten, haben ihre Recherchen über das expressionistische Gemälde und die Erfurter Sammlerfamilie Hess nun in Buchform aufbereitet. Eine Rezension der Studie „Der Fall Kirchner – Raubkunst und Restitution“ im Kulturteil der taz.