Wo waren Sie …

… in der Nacht, in der die Mauer fiel? Die Schriftstellerin Julia Franck („Grenzübergänge“) und der Essayist Renatus Deckert („Die Nacht, in der die Mauer fiel“) haben jeweils rund zwei Dutzend Autoren aus Ost und West um ihre Erinnerungen an den 9. November 1989 und die Grenzöffnung gebeten. Das Kuriose: Kaum einer ist tatsächlich dabei gewesen.

Eine Doppelrezension für Kunststoff, Kulturmagazin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nicht im Netz, aber dafür hier gedruckt zu haben.

Von Bildern und Räubern

Der Historiker Hanns Christian Löhr zeigt in dem Buch „Die Kollektion Hermann Göring: Der eiserne Sammler Kunst und Korruption im ,Dritten Reich‘“, wie sich der „Reichsmarschall“ und NS-Verbrecher Hermann Göring bei der Ausplünderung jüdischer Sammlungen in ganz Europa bereicherte.

Was davon zu halten ist, steht im Kulturteil der taz.

Eine deutsche Karriere

Sie war keine Anhängerin der Nazis, aber fühlte sich einer „Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen“ verpflichtet: die Testpilotin und Rüstungsingenieurin Melitta von Stauffenberg, Schwägerin des Hitler-Attentäters. In Berlin-Kladow erinnert jetzt eine Ausstellung an diese ambivalente Frau.

Eine Einschätzung der Schau für die Berlinkultur-Seite der taz.

„Sonst ist die Kommission tot“

In Prag findet derzeit die Nachfolgekonferenz der Washingtoner Konferenz von 1998 statt, auf der sich 44 Staaten zu „fairen und gerechten Lösungen“ im Umgang mit NS-Raubkunst verpflichteten. Im Interview für die taz zieht der Berliner Rechtsanwalt Gunnar Schnabel eine ernüchternde Bilanz und verlangt eine Reform der Limbach-Kommission.

„Sie muss auch einseitig angerufen werden können. Ihre Entscheidungen müssen verbindlich für die Beteiligten sein. Und es muss eine Veröffentlichungs- und ausführliche Begründungspflicht für ihre Entscheidungen geben. Ansonsten ist die Kommission tot.

Moral oder Gesetz (Wdhlg.)

Raubkunst und Restitution: In Berlin stellten Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Andrea Baresel-Brand von der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste den Tagungsband „Verantwortung wahrnehmen“ vor. Darin abgedruckt sind die Redebeiträge eines gleichnamigen Symposiums vom vergangenen Herbst.

Den damaligen Tagungsbericht für die taz finden Sie hier.

60 Jahre und ziemlich kritisch

Am 28. August 1949 wurde in der Frankfurter Paulskirche die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung gegründet. Für die Frühjahrstagung der „Darmstädter Akademie“, wie sie nach ihrem Sitz auch genannt wird, war das Jubiläum dennoch Anlass nicht nur zum Feiern.

Aus Berlin ein Bericht für die Frankfurter Rundschau.

Raub und Beute

Lassen sich NS-Raubkunst und die Beutekunst, die die Sowjetarmee nach 1945 aus Deutschland abtransportierte, gemeinsam diskutieren? Ein Dresdner Symposium, dessen Redebeiträge jetzt in Buchform vorliegen, zeigt vor allem eines: Auch wenn es den Veranstaltern keineswegs um eine Gleichsetzung ging, ist eine Verknüpfung schon deshalb unglückselig, weil keine der beiden Debatten dadurch vorangebracht werden kann.

Eine Rezensionsnotiz für den Kulturteil der taz.

Geheilt, um zu töten

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt die Verflechtungen von „Krieg und Medizin“. Verharmlosend ist die Schau keineswegs. Doch herausgelöst aus ihren historischen Kontexten, erscheinen Kriege und militärische Gewalt hier als anthropologische Phänomene und nicht als Folgen politischer, auch gescheiterter politischer Prozesse.

Eine Ausstellungsrezension für die taz.

Monumente aus Rennpappe

Braucht die erweiterte Bundesrepublik einen Gründungsmythos? Auf der Leipziger Buchmesse war der Jahrestag des Mauerfalls das große Thema. Es ging um Ost-West-Identitäten und reichlich Symbolpolitik. Ein Rückblick für den Kulturteil der taz.

Und ein Einwand der Redaktion, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist.