60 Jahre und ziemlich kritisch

Am 28. August 1949 wurde in der Frankfurter Paulskirche die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung gegründet. Für die Frühjahrstagung der „Darmstädter Akademie“, wie sie nach ihrem Sitz auch genannt wird, war das Jubiläum dennoch Anlass nicht nur zum Feiern.

Aus Berlin ein Bericht für die Frankfurter Rundschau.

Raub und Beute

Lassen sich NS-Raubkunst und die Beutekunst, die die Sowjetarmee nach 1945 aus Deutschland abtransportierte, gemeinsam diskutieren? Ein Dresdner Symposium, dessen Redebeiträge jetzt in Buchform vorliegen, zeigt vor allem eines: Auch wenn es den Veranstaltern keineswegs um eine Gleichsetzung ging, ist eine Verknüpfung schon deshalb unglückselig, weil keine der beiden Debatten dadurch vorangebracht werden kann.

Eine Rezensionsnotiz für den Kulturteil der taz.

Geheilt, um zu töten

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt die Verflechtungen von „Krieg und Medizin“. Verharmlosend ist die Schau keineswegs. Doch herausgelöst aus ihren historischen Kontexten, erscheinen Kriege und militärische Gewalt hier als anthropologische Phänomene und nicht als Folgen politischer, auch gescheiterter politischer Prozesse.

Eine Ausstellungsrezension für die taz.

Monumente aus Rennpappe

Braucht die erweiterte Bundesrepublik einen Gründungsmythos? Auf der Leipziger Buchmesse war der Jahrestag des Mauerfalls das große Thema. Es ging um Ost-West-Identitäten und reichlich Symbolpolitik. Ein Rückblick für den Kulturteil der taz.

Und ein Einwand der Redaktion, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Mythos Opel: Verdrängte Geschichten

Wann immer in diesen Tagen von Opel als Symbol die Rede ist, wird nostalgisch zurückgeblickt. Die Marke stehe „für Solidität und Biederkeit der fünfziger Jahre, für Familiensinn und Wirtschaftswunder“, schreibt etwa der Spiegel und resümiert: „für die Grundlagen von allem also“.

Doch macht man sich die Mühe, einmal in einschlägige Veröffentlichungen zur Firmenhistorie zu blicken, dann wird schnell klar, dass sich die Opel-Story keineswegs so bruchlos und so glanzvoll abspielte, wie sie die kollektive Erinnerung im Angesicht des gegenwärtigen ökonomischen Desasters erscheinen lassen will. Eine Recherche für die tazzwei.

Verlorene Bilder, verlorene Leben

Dass sich mit NS-Raubkunstfällen die Schicksale von Verfolgten verknüpfen, gerät in den Diskussionen um die Rechtmäßigkeit von Rückgaben und Rekorderlöse für versteigerte Bilder oft in Vergessenheit. In dem Band „Verlorene Bilder, verlorene Leben“ gehen die Berliner Provenienzforscherin Monika Tatzkow und die Wiener Journalistin Melissa Müller den Geschichten von 15 Sammlern und Sammlerfamilien nach, die von den Nationalsozialisten als jüdisch oder „jüdisch versippt“ verfolgt worden sind. Eine Rezension für den Kulturteil der taz.

Und eine ,Berichtigung‘ durch die Redaktion.

Die Wunde Dresden

Am 13. und 14. Februar jährt sich die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomberverbände zum 64. Mal. Dresden ist nicht mehr nur eine Chiffre des Bombenkriegs und des Leids auch der deutschen Zivilbevölkerung. Unter dem Eindruck rechter Aufmärsche scheint die Stadt inzwischen auch ein Synonym für die mangelnde Fähigkeit geworden zu sein, dem Geschichtsrevisionismus der Neonazis und Nationalkonservativen etwas entgegenzusetzen, wenn nicht gar für deren Versuche selbst, deutsche Opferzahlen gegen die nationalsozialistischen Verbrechen aufzurechnen. Ein Essay über einen mehrdeutigen Erinnerungsort, erschienen in der taz.

Und zum Hören hier ein Deutschlandradio-Pressegespräch vom 12. Februar 2009, in dem zur Mitte auch auf den taz-Beitrag Bezug genommen wird.