Kopfhörer gegen das Vergessen

Zum 65. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau wurde gestern des Massenmords an den europäischen Juden im Nationalsozialismus gedacht. In Dresden erzählt ein Audioguide von ihrer schrittweisen Entrechtung, von Ausgrenzung, Ausplünderung und Deportation in der Stadt.

Hier finden Sie meinen Beitrag für die Freie Presse Chemnitz und hier zum Download die mp3-Dateien und einen Stadtplan.

Von Pankow bis zum Runden Tisch

„Es war nicht alles schlecht“ oder SED-Unrechtsstaat? Wann immer im Gedenkjahr 2009 die DDR erinnert wurde, konnte man den Eindruck gewinnen, es habe verschiedene Länder dieses Namens gegeben. Der Essayband „Erinnerungsorte der DDR“, herausgegeben von dem Historiker Martin Sabrow, beschreibt wichtige Kristallisationspunkte der Erinnerung an den überwundenen Staat und ihre widersprüchlichen, sich wandelnden Bedeutungen.

Lesen Sie hier die Rezension für den Berliner Tagesspiegel.

„Die Freude und die Bestürzung gehören zusammen“

Der Politikwissenschaftler und Leipziger-Buchpreis-Träger Herfried Münkler („Die Deutschen und ihre Mythen“) spricht im Interview (in der Märkischen Oderzeitung Ostbrandenburg, im Freien Wort Südthüringen und ab heute auch in Kunststoff, Kulturmagazin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) über 20 Jahre DDR-Umsturz und Mauerfall, das geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin und darüber, warum der 9. November – Nacht der Grenzöffnung 1989, aber auch des Novemberpogroms 1938 – den besseren Gedenktag abgegeben hätte.

„Die Qualität eines politischen Mythos ist gerade die Fähigkeit des Fort- und Umerzählens und auch der Umgang mit Mehrfachkodierungen. […] Einerseits erfüllt uns dieser Tag mit einer gewissen Zufriedenheit über den Verlauf unserer Geschichte. Andererseits erfüllt er uns immer auch mit einer Bestürzung über das, was der 9. November auch noch war.

Wo waren Sie …

… in der Nacht, in der die Mauer fiel? Die Schriftstellerin Julia Franck („Grenzübergänge“) und der Essayist Renatus Deckert („Die Nacht, in der die Mauer fiel“) haben jeweils rund zwei Dutzend Autoren aus Ost und West um ihre Erinnerungen an den 9. November 1989 und die Grenzöffnung gebeten. Das Kuriose: Kaum einer ist tatsächlich dabei gewesen.

Eine Doppelrezension für Kunststoff, Kulturmagazin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nicht im Netz, aber dafür hier gedruckt zu haben.

Die Wunde Dresden

Am 13. und 14. Februar jährt sich die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomberverbände zum 64. Mal. Dresden ist nicht mehr nur eine Chiffre des Bombenkriegs und des Leids auch der deutschen Zivilbevölkerung. Unter dem Eindruck rechter Aufmärsche scheint die Stadt inzwischen auch ein Synonym für die mangelnde Fähigkeit geworden zu sein, dem Geschichtsrevisionismus der Neonazis und Nationalkonservativen etwas entgegenzusetzen, wenn nicht gar für deren Versuche selbst, deutsche Opferzahlen gegen die nationalsozialistischen Verbrechen aufzurechnen. Ein Essay über einen mehrdeutigen Erinnerungsort, erschienen in der taz.

Und zum Hören hier ein Deutschlandradio-Pressegespräch vom 12. Februar 2009, in dem zur Mitte auch auf den taz-Beitrag Bezug genommen wird.

Historische Belastungsproben

Verschlafen und bedeutungslos wirkt heute die Berliner General-Pape-Straße am S-Bahnhof Südkreuz. Wäre da nicht ein merkwürdiger Klotz Beton. Ein Geschichtsparcours gibt jetzt Aufschluss über die Kasernen und Pläne für die „Welthauptstadt Germania“ im einstigen Militärbezirk. Hier beginnt der Rundgang.

Und hier finden Sie den notwendigen Lageplan und Informationsbroschüren des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg von Berlin als pdf-Downloads.