Die Wunde Dresden

Am 13. und 14. Februar jährt sich die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomberverbände zum 64. Mal. Dresden ist nicht mehr nur eine Chiffre des Bombenkriegs und des Leids auch der deutschen Zivilbevölkerung. Unter dem Eindruck rechter Aufmärsche scheint die Stadt inzwischen auch ein Synonym für die mangelnde Fähigkeit geworden zu sein, dem Geschichtsrevisionismus der Neonazis und Nationalkonservativen etwas entgegenzusetzen, wenn nicht gar für deren Versuche selbst, deutsche Opferzahlen gegen die nationalsozialistischen Verbrechen aufzurechnen. Ein Essay über einen mehrdeutigen Erinnerungsort, erschienen in der taz.

Und zum Hören hier ein Deutschlandradio-Pressegespräch vom 12. Februar 2009, in dem zur Mitte auch auf den taz-Beitrag Bezug genommen wird.

Die Missgünstigen

Das ganze Land feiert Uwe Tellkamps Wenderoman „Der Turm“. Das ganze Land? Eine Stadt (und ihre Zeitung) will nicht recht einstimmen in die Bewunderung für diesen großen Wurf – selbst wenn oder gerade weil sie Schauplatz der Handlung ist. Ein Erklärungsversuch, gedruckt im Berliner Tagesspiegel (und in Potsdam in den PNN).

Die Sächsische Zeitung antwortete am Tag darauf mit dem Bericht einer Dresdner Tellkamp-Lesung: „[…] wer den Andrang im Strehlener Gemeindesaal sieht und die Schlange derjenigen, die stolz und begeistert um Widmung anstehen, fragt sich, wie eine Zeitung aus Berlin auf die Idee kam, zu behaupten, Dresden tue sich schwer mit Uwe Tellkamp.“ Der grandiose Satz zur Verleihung des Deutschen Buchpreises 2009 („Gegen die anderen Bücher der Shortlist spricht das nicht“) findet sich hier.