Eine Berliner Szene aus der Schaperstraße.
Geheilt, um zu töten
Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt die Verflechtungen von „Krieg und Medizin“. Verharmlosend ist die Schau keineswegs. Doch herausgelöst aus ihren historischen Kontexten, erscheinen Kriege und militärische Gewalt hier als anthropologische Phänomene und nicht als Folgen politischer, auch gescheiterter politischer Prozesse.
Eine Ausstellungsrezension für die taz.
Monumente aus Rennpappe
Braucht die erweiterte Bundesrepublik einen Gründungsmythos? Auf der Leipziger Buchmesse war der Jahrestag des Mauerfalls das große Thema. Es ging um Ost-West-Identitäten und reichlich Symbolpolitik. Ein Rückblick für den Kulturteil der taz.
Und ein Einwand der Redaktion, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
Die letzten Zeugen
Unfall oder Mord? Im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité gewähren Rechtsmediziner Einblick in ihre Arbeit. Ein Ausstellungsbesuch für die Ostsee-Zeitung Rostock und die Mitteldeutsche Zeitung Halle an der Saale.
Mythos Opel: Verdrängte Geschichten
Wann immer in diesen Tagen von Opel als Symbol die Rede ist, wird nostalgisch zurückgeblickt. Die Marke stehe „für Solidität und Biederkeit der fünfziger Jahre, für Familiensinn und Wirtschaftswunder“, schreibt etwa der Spiegel und resümiert: „für die Grundlagen von allem also“.
Doch macht man sich die Mühe, einmal in einschlägige Veröffentlichungen zur Firmenhistorie zu blicken, dann wird schnell klar, dass sich die Opel-Story keineswegs so bruchlos und so glanzvoll abspielte, wie sie die kollektive Erinnerung im Angesicht des gegenwärtigen ökonomischen Desasters erscheinen lassen will. Eine Recherche für die tazzwei.
Verlorene Bilder, verlorene Leben
Dass sich mit NS-Raubkunstfällen die Schicksale von Verfolgten verknüpfen, gerät in den Diskussionen um die Rechtmäßigkeit von Rückgaben und Rekorderlöse für versteigerte Bilder oft in Vergessenheit. In dem Band „Verlorene Bilder, verlorene Leben“ gehen die Berliner Provenienzforscherin Monika Tatzkow und die Wiener Journalistin Melissa Müller den Geschichten von 15 Sammlern und Sammlerfamilien nach, die von den Nationalsozialisten als jüdisch oder „jüdisch versippt“ verfolgt worden sind. Eine Rezension für den Kulturteil der taz.
Und eine ,Berichtigung‘ durch die Redaktion.
Die Wunde Dresden
Am 13. und 14. Februar jährt sich die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomberverbände zum 64. Mal. Dresden ist nicht mehr nur eine Chiffre des Bombenkriegs und des Leids auch der deutschen Zivilbevölkerung. Unter dem Eindruck rechter Aufmärsche scheint die Stadt inzwischen auch ein Synonym für die mangelnde Fähigkeit geworden zu sein, dem Geschichtsrevisionismus der Neonazis und Nationalkonservativen etwas entgegenzusetzen, wenn nicht gar für deren Versuche selbst, deutsche Opferzahlen gegen die nationalsozialistischen Verbrechen aufzurechnen. Ein Essay über einen mehrdeutigen Erinnerungsort, erschienen in der taz.
Und zum Hören hier ein Deutschlandradio-Pressegespräch vom 12. Februar 2009, in dem zur Mitte auch auf den taz-Beitrag Bezug genommen wird.
Historische Belastungsproben
Verschlafen und bedeutungslos wirkt heute die Berliner General-Pape-Straße am S-Bahnhof Südkreuz. Wäre da nicht ein merkwürdiger Klotz Beton. Ein Geschichtsparcours gibt jetzt Aufschluss über die Kasernen und Pläne für die „Welthauptstadt Germania“ im einstigen Militärbezirk. Hier beginnt der Rundgang.
Und hier finden Sie den notwendigen Lageplan und Informationsbroschüren des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg von Berlin als pdf-Downloads.
Weltgeist und Feierabend
Eine Berliner Szene mit Vanna Vannuccini, Ex-Deutschlandkorrespondentin von La Repubblica, im Italienischen Kulturinstitut.
Ein und dieselbe Frau
Der aufgeweckte Teenager, der seiner Schwester ähnelt, und die Frau Ende dreißig, aufgedunsen, mit starrem Blick: In ihrem Regiedebüt „Ihr Name ist Sabine“ zeichnet die Schauspielerin Sandrine Bonnaire das Porträt ihrer autistischen Schwester. Eine Rezension für die taz.