Die Ausstellung „Sächsische Trachten, HipHop und Nadelstreifen“ im Dresdner Jägerhof bringt Volkskunst und Jugendkultur zusammen.
Was hat der Sonntagsstaat einer sorbischen Frau aus dem 19. Jahrhundert mit einer mit Metall- und Holzpickeln besetzten Lederjacke eines Dresdner Punks zu tun? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem sogenannten Vorstecker, dem Brusttuch einer Altenburger Tracht, und den „Baggy Pants“, den tief über dem Hintern hängenden Hosen der HipHopper? Fragen wie diese stellen sich einem, wenn man derzeit das Museum für Sächsische Volkskunst im Dresdner Jägerhof besucht, das schon in der Vergangenheit mit überraschenden Kombinationen neue Sichtweisen auf seine Bestände eröffnete.
Unter dem Titel „Sächsische Trachten, HipHop und Nadelstreifen“ haben Museumschef Igor A. Jenzen und als künstlerischer Leiter der Ausstellung der Künstler Holger John diesmal denkbar gegensätzliche Bekleidungen zusammengebracht. Ausgangspunkt dafür, sagt Jenzen, sei die Überlegung gewesen, ob die Tracht eine Entsprechung in der Gegenwart habe. Träger beider Kleidungen – der traditionellen wie der der Jugendkultur – versichern sich schließlich damit ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe und ihrer Identität. Außerdem haben Trachtenträger wie Jugendszenen jeweils subtile Codes entwickelt, die Eingeweihten über die Kleidung weitere Informationen vermitteln, etwa zu Ehestand und Konfession wie bei sorbischen Trachten oder über die Zugehörigkeit zu diversen Unterströmungen, wie sie die Gothic-Szene kennt.





