Vor 20 Jahren ging in New York Starbucks an die Börse. In Deutschland wurde das „Transfair“-Zertifikat für gerechten Handel gegründet. So unterschiedlich sie sind: Beide haben den Kaffeekonsum verändert.
Als Howard Schultz, Verkaufsleiter eines Haushaltsgeräteherstellers in den USA, 1981 außergewöhnlich viele Bestellungen edler Kaffeemaschinen bemerkte, beschloss er, Nachforschungen anzustellen. Er fand heraus, dass sie allesamt über die kleine Firma Starbucks in Seattle abgewickelt wurden, die neben den Maschinen Kaffeebohnen aus eigener Röstung verkaufte. Sein Besuch sollte eine Offenbarung werden. Denn bis dahin hatte er nur den in Amerika üblichen standardisierten „Regular“-Kaffee gekannt. „Es war, als hätte ich einen neuen Kontinent entdeckt“, so zitiert das Internetlexikon Wikipedia seine Anekdote.
Schultz bedrängte die Besitzer, in die bereits 1971 gegründete Firma einsteigen zu dürfen. Er übernahm das Marketing und erweiterte das Angebot um frisch zubereitete Kaffees. Das Filialnetz, das Anfang der 80er-Jahre drei Ladenlokale umfasste, wuchs auf rund 100 im Jahr 1991. 1992 brachte Schultz, mittlerweile Starbucks-Alleineigentümer, den einst alternativen Kleinbetrieb an die Börse. Der Kapitalstock für eine weltweite Expansion war da.
In Deutschland hatten sich zu diesem Zeitpunkt gerade verschiedene Eine-Welt-Aktivisten, kirchennahe Gruppen und Stiftungen zu dem Verein „AG Kleinbauernkaffee“ zusammengetan. Zwar gab es schon vereinzelt gerecht gehandelten Kaffee mit fairen Preisen für die Erzeuger. Doch ein zugkräftiges Label sollte her, das für mehr Klarheit bei jenen Verbrauchern sorgen würde, die nicht zur überschaubaren Szene der ohnehin Engagierten gehörten.





